Praxis

Akne oder Rosazea? Unterschiede und richtige Behandlung

Gerötete Haut, Pusteln und Papeln im Gesicht – steckt dahinter Akne oder doch Rosazea? Auch wenn die Symptome auf den ersten Blick ähnlich erscheinen, sind Akne und Rosazea zwei eigenständige Hauterkrankungen. Doch inwiefern ähneln sich Akne und Rosazea und warum ist es so wichtig, den Unterschied zu kennen?…

Prof. Dr. Peter Arne Gerber
Facharzt für Dermatologie und Venerologie
Inhalt

Das Wichtigste in Kürze

Gerötete Haut, Pusteln und Papeln im Gesicht – ist es Akne oder Rosazea? Auch wenn sich die Symptome ähneln, sind Akne und Rosazea zwei eigenständige Hauterkrankungen mit unterschiedlichen Ursachen und Merkmalen. Rosazea zeigt sich meist durch Rötungen, Papeln und Pusteln ohne Mitesser. Bei Akne sind fettige Haut, Mitesser und entzündliche Pickel typisch. Eine frühzeitige, präzise Diagnose ist sowohl bei Akne als auch bei Rosazea entscheidend, denn nur so kann eine gezielte und effektive Behandlung erfolgen und langfristige Hautschäden vermieden werden. Mit modernen Methoden lassen sich Akne und Rosazea heute effektiv und hautschonend therapieren – individuell angepasst und ohne aggressive Eingriffe.

Was ist Akne?

Von Akne sind längst nicht nur Jugendliche betroffen – das zeigt sich auch in unserem Praxisalltag, wo wir täglich sowohl junge Menschen als auch Erwachsene mit unterschiedlichsten Akneformen behandeln. Wenig überraschend, denn Akne (Acne vulgaris) zählt weltweit zu den häufigsten entzündlichen Hauterkrankungen. Sie entsteht durch ein komplexes Zusammenspiel aus übermäßiger Talgproduktion, verstopften Poren, bakterieller Besiedlung und entzündlichen Prozessen in der Haut – häufig begünstigt durch eine Besiedlung mit dem Bakterium Cutibacterium acnes.

Die Folge: Mitesser (Komedonen), entzündliche Papeln, Pusteln oder – bei schwereren Verläufen – tiefere Knoten und Zysten. Diese Hautveränderungen treten bevorzugt an talgdrüsenreichen Arealen wie Gesicht, Nacken, Rücken oder auch Brust auf.

Die gute Nachricht: Akne ist gut behandelbar. Mit individuell abgestimmten Therapiekonzepten – von topischer und oraler Medikation bis zur Akne Laserbehandlung (AviClear) – können wir das Hautbild deutlich verbessern und dauerhafte Narben vermeiden. Wichtig ist eine frühzeitige Behandlung und konsequente Pflege mit Produkten, die nicht komedogen sind und den natürlichen Hautschutz nicht zusätzlich reizen.

Was ist Rosacea?

Rosazea ist eine chronische, entzündliche Hauterkrankung, die vor allem im mittleren Gesichtsbereich – also Stirn, Wangen, Nase und Kinn – auftritt. Sie betrifft überwiegend Erwachsene ab dem 30. Lebensjahr und verläuft in Schüben. Typische Merkmale sind anhaltende Rötungen, erweiterte feine Blutgefäße (Teleangiektasien), Knötchen sowie eitrige Bläschen, die mit Akne verwechselt werden können. In fortgeschrittenen Stadien kann es zu verdickter, knollenförmiger Haut kommen, insbesondere an der Nase – man spricht dann vom sogenannten Rhinophym. Auch die Augen können beteiligt sein, was sich durch Trockenheit, Brennen, Lichtempfindlichkeit oder Entzündungen äußern kann.

Die genauen Ursachen der Rosazea sind bislang nicht abschließend erforscht. Es wird jedoch angenommen, dass mehrere Faktoren an der Entstehung beteiligt sind. Sowohl genetische Veranlagung als auch das Immunsystem scheinen eine bedeutende Rolle zu spielen. Fest steht, dass es sich bei Rosazea um eine entzündliche Erkrankung handelt. Eine zentrale Rolle in diesem Entzündungsprozess spielt die Haarbalgmilbe Demodex folliculorum, die bei Betroffenen in deutlich höherer Anzahl auf der Haut vorkommt als bei gesunden Menschen.

Die gute Nachricht: Auch wenn Rosazea nicht heilbar ist, lässt sie sich gut kontrollieren. In unserer Praxis in Düsseldorf setzen wir ich je nach Ausprägung auf eine Kombination aus topischen und oralen Medikamenten, IPL, Laserbehandlungen, milden chemischen Peelings, Kleresca®-Treatment sowie Mikrobotox bei therapieresistenten Rötungen. Genauso wichtig ist aber auch eine angepasste, reizarme Hautpflege. Das Ziel einer Rosazea-Therapie sollte immer die absolute Symptomfreiheit sein.

Zur Rosazea Behandlung

Rosazea oder Akne? So erkennen Sie den Unterschied

Hauterkrankung:AkneRosazea
AltersgruppeVorwiegend Jugendliche (und auch Spätakne bei Erwachsenen)Vorwiegend Erwachsene ab ca. 30 Jahren
Mitesser (Komedonen)JaNein
UrsachenÜberproduktion von Talg mit EntzündungsreaktionGenetik, Fehlgesteuerte Immunreaktion, Haarbal-gmilbe Demodex follicu-lorum
LokalisationGesicht, Rücken, BrustZentrale Gesichtspartien
Auslöser (Trigger)Hormonelle Faktoren, Ernährung, falsche Haut-pflege, Medikamente, Stress, GenetikStress, scharfe Speisen, Alkohol, UV-Strahlung, Extreme Temperaturen, Körperliche Anstrengung, falsche Hautpflege
BehandlungMedikamente (topisch & oral), AviClear® Laser, Kleresca®-Treatment
Medikamente (topisch & oral), IPL, Laser, Kieres-ca®-Treatment, Haut-pflegeberatung
In unserer Praxis erleben wir häufig, dass Patientinnen und Patienten die ersten Anzeichen einer Rosazea mit Akne verwechseln – verständlich, denn beide Erkrankungen zeigen sich mit Rötungen, Pusteln und entzündlichen Hautveränderungen im Gesicht. Der entscheidende Unterschied liegt jedoch in den Begleitsymptomen und der Ursache.

Diagnose & Behandlung

Eine präzise Diagnose ist sowohl bei Akne als auch bei Rosazea entscheidend – denn nur so kann eine gezielte und effektive Behandlung erfolgen und langfristige Hautschäden vermieden werden.
Unbehandelte Akne beispielsweise kann sich verschlimmern und zu entzündlichen Knoten, Zysten und in der Folge zu dauerhaften Aknenarben führen. Darüber hinaus leiden viele Betroffene nicht nur körperlich, sondern auch seelisch unter der sichtbaren Hautveränderung – insbesondere in der sensiblen Phase der Pubertät. Eine frühzeitige Therapie kann das Fortschreiten der Erkrankung stoppen, das Hautbild deutlich verbessern und das Selbstbewusstsein stärken.

Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre Gesichtsrötung Akne, Rosazea oder etwas anderes ist, empfehle ich eine fachärztliche Abklärung. Je früher wir die Diagnose stellen, desto besser lässt sich die Erkrankung in den Griff bekommen – oft ohne aggressive Eingriffe, sondern mit einem individuell abgestimmten Behandlungsplan.

Medienberichte mit Prof. Dr. Peter Arne Gerber

Autor

Prof. Dr. Peter Arne Gerber

Facharzt für Dermatologie und Venerologie

Er ist Autor- und Co-Autor von über 200 wissenschaftlichen Artikeln und Buchbeiträgen und regelmäßiger Referent auf nationalen und internationalen Kongressen. Darüber hinaus ist er Gerichtsgutachter für die Bereiche Dermatologie, Lasermedizin und Ästhetische Medizin.
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