Die Photodynamische Therapie (PDT) zerstört Tumorzellen mithilfe eines lichtsensibilisierenden Wirkstoffs und einer speziellen Lichtquelle, ohne das gesunde Gewebe wesentlich zu schädigen.
Photodynamische Therapie
& Power PDT

Insbesondere bei dicken, hyperkeratotischen aktinischen Keratosen und bei ausgeprägter Feldkanzerisierung setzen wir in unserer dermatologischen Praxis auf ablative fraktionierte Laser, um die Wirksamkeit der photodynamischen Therapie gezielt zu unterstützen.
Prof. Dr. Peter Arne Gerber
Fragen & Antworten zur PDT
- Wann wird die Photodynamische Therapie eingesetzt?
Die PDT wird zur Hautkrebsbehandlung eingesetzt. Die Methode eignet sich insbesondere zur Behandlung von Präkanzerosen (Vorstufen von Hautkrebs), wie aktinischen Keratosen oder Morbus Bowen, sowie auch oberflächlichen nicht-melanozytären Hauttumoren wie dem oberflächliche Basalzellkarzinom.
- Wie wirkt die Photodynamische Therapie bei weißem Hautkrebs?
Bei der Photodynamischen Therapie (PDT) wird auf den betroffenen Läsionen eine speziellen Creme aufgetragen. Der Wirkstoff dieser Creme (ALA oder MAL) sammelt sich gezielt in den veränderten Hautzellen an und wird dort in Protoporphyrin IX umgewandelt – eine lichtempfindliche Substanz, die auch natürlich im Körper vorkommt. Wird die behandelte Haut anschließend mit Licht einer bestimmten Wellenlänge bestrahlt, aktiviert dieses Licht das Protoporphyrin IX. Dabei entstehen reaktive Sauerstoffspezies (ROS), die gezielt die erkrankten Zellen zerstören, ohne gesunden Hautzellen in der Umgebung zu schädigen. Nicht zuletzt deshalb gilt die PDT im Vergleich zu anderen Verfahren als besonders zielgerichtet und effektiv und dennoch schonend.
Nach der Behandlung kann die Haut etwas gerötet sein, brennen oder leicht verkrusten. Wir sagen unseren Patienten: „Das fühlt sich an wie ein ordentlicher Sonnenbrand.“ In der Regel heilt die Haut innerhalb von wenigen Tagen bis zu zwei Wochen wieder glatt und gesund ab.
- Was sind die Vorteile der PDT?
Die photodynamische Therapie (PDT) überzeugt durch ihre hohe Wirksamkeit und schonende Anwendung, mit vielen Vorteilen für unsere Patientinnen und Patienten.
Die Vorteile im Überblick:
- Hohe Wirksamkeit bei weißem Hautkrebs und Hautkrebsvorstufen
- Bereits nach 1-2 Behandlungen werden die Tumorzellen effektiv zerstört
- Kein chirurgischer Eingriff – dadurch keine Narbenbildung
- Überlegene kosmetische Ergebnisse (die PDT kann sogar im Sinne einer Photodynamic Photorejuvenation primär zur Hautverjüngung eingesetzt werden)
- Keine dauerhafte Einnahme von Medikamenten erforderlich
- Möglichkeit zur großflächigen Behandlung
- Auch mit bloßem Auge nicht sichtbare Krebszellen (sogenannte subklinische Läsionen) werden mitbehandelt
- Wie oft muss die PDT wiederholt werden?
In den meisten Fällen ist eine einzige Behandlung mit der Photodynamischen Therapie (PDT) ausreichend. Bei besonders ausgeprägten Ausgangsbefunden, bei starken Lichtschäden oder bei bestimmten Indikationen (wie zum Beispiel dem oberflächlichem Basalzellkarzinom oder dem Morbus Bowen), wird in der Regel eine zweite Behandlung innerhalb von zwei Wochen durchgeführt – dies hängt immer vom individuellen Befund ab. Nach ca. 8 Wochen kann eine Kontrolluntersuchung erfolgen, um den Behandlungserfolg zu beurteilen. Zeigt sich innerhalb der Nachbeobachtungszeit nicht der gewünschte Behandlungserfolg, kann gegebenenfalls eine ergänzende Therapieform (z. B. Operation, Kryotherapie oder Kürettage) sinnvoll sein.
- Was bedeutet Power-PDT?
Die Power-PDT basiert auf dem Prinzip, dass vor der eigentlichen PDT, durch den Einsatz fraktional-ablativer Laser (z.B. CO2 Laser oder Erbium:YAG), die Haut gezielt perforiert und die epidermale Barriere vorübergehend reduziert wird. Dadurch kann der topisch applizierte Wirkstoff anschliessend deutlich besser in die Haut eindringen, was die Bioverfügbarkeit signifikant verbessert. Studien zeigen eine im Vergleich zur konventionellen PDT signifikant gesteigerte Effektivität. In unserer dermatologischen Praxis setzen wir insbesondere bei dicken, hyperkeratotischen aktinischen Keratosen und einer Feldkanzerisierung oft auf ablative fraktionierte Laser, um die photodynamische Therapie zu unterstützen.
- Ist die Photodynamische Therapie schmerzhaft?
Es kommt auf die Art der der Photodynamischen Therapie (PDT) an: Bei der klassischen Rotlicht-PDT kann es durchaus zu vorübergehenden, auch stärkeren Schmerzen oder Brennen kommen, insbesondere auf der empfindlichen Kopfhaut. Bei modernen PDT-Verfahren, wie der PDT mit Tageslicht (Day Light, DL-PDT) oder mit künstlichem Tageslicht (Artificial Day Light, ADL-PDT) ist die Behandlung allerdings nahezu schmerzfrei.
Unabhängig von der Art der PDT, kann der Prozess der Abheilung mit Rötungen und Krusten durchaus als unangenehm empfunden werden. Wir bieten in unserer Praxis alle formen der modernen PDT an, also Rotlicht-, Tageslicht-PDT und die PDT mit künstlichem Tageslicht.
- Wirkt die PDT auch bei einem Melanom?
Bei einem malignen Melanom (schwarzer Hautkrebs) ist eine Photodynamische Therapie (PDT) nicht wirksam. Diese Form des Hautkrebses muss chirurgisch entfernt werden, um eine Ausbreitung in tieferliegendes Gewebe oder andere Körperregionen zu verhindern.
- Gibt es Nebenwirkungen bei der PDT?
Bei der PDT wird gezielt eine phototoxische Reaktion ausgelöst. Diese zeigt sich nach der Behandlung häufig durch Rötung, Krustenbildung und gelegentlich auch eine leichte Schwellung im behandelten Hautbereich. Einige Patienten berichteten auch über Juckreiz. Zusätzlich kann es in seltenen Fällen auch zu verstärkten phototoxischen Reaktionen kommen. Während und unmittelbar nach der Bestrahlung können Schmerzen auftreten. Der Heilungsprozess nimmt im Regelfall mehrere Tage in Anspruch, danach kommt es in den meisten Fällen zu einem kosmetisch exzellenten Ergebnis.
- Wie erkenne ich weißen Hautkrebs?
Zur Erkennung von weißem Hautkrebs (Basalzell- oder Plattenepithelkarzinom) setzen wir in unserer Praxis in Düsseldorf sowohl die klassiche Dermatoskopie als auch die KI-gestützte Hautkrebsvorsorge mit Total Body Mapping ein. Beide Verfahren ermöglichen es, Hautveränderungen frühzeitig und zuverlässig zu beurteilen.
Zur gezielten Diagnosesicherung verwenden wir außerdem die elektrische Impedanzspektroskopie (EIS; Nevisense) sowie modernste LC-OCT (Line-Field Confocal Optical Coherence Tomography) mit KI-Unterstützung.
Die LC-OCT ist ein hochauflösendes bildgebendes Verfahren, welches durch Unterstützung der integrierten künstlichen Intelligenz (KI) unter anderem ein Basalzellkarzinome präzise erkennen lässt, ohne die Haut zu durchtrennen oder eine Biopsie durchführen zu müssen. Die Bildgebungsverfahren, die wir in unserer Praxis einsetzen, gehören zu den fortschrittlichsten in der gesamten Dermatologie und ermöglichen es uns operative Eingriffe auf das absolut notwendige Minimum zu reduzieren.




