Praxis

Akne tarda: Was ist Spätakne und was hilft dagegen?

Gerötete Haut, Pusteln und Papeln im Gesicht – steckt dahinter Akne oder doch Rosazea? Auch wenn die Symptome auf den ersten Blick ähnlich erscheinen, sind Akne und Rosazea zwei eigenständige Hauterkrankungen. Doch inwiefern ähneln sich Akne und Rosazea und warum ist es so wichtig, den Unterschied zu kennen?…

Prof. Dr. Peter Arne Gerber
Facharzt für Dermatologie und Venerologie
Inhalt

Das Wichtigste in Kürze

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Wissenschaftliche Expertise aus unserer Praxis

Prof. Dr. Peter Arne Gerber ist Co-Autor einer im Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (JDDG) erschienenen Fachpublikation, in der aktuelle Studien und die internationale Literatur zur Akne tarda von deutschen Experten systematisch analysiert und bewertet wurden. Im Rahmen dieser Arbeit wurden in einem Expertenkonsens unter anderem evidenzbasierte Empfehlungen zu Therapie der Akne tarda, Behandlung postinflammatorischer Erytheme und Hyperpigmentierungen sowie die Bedeutung einer begleitenden, medizinischen Hautpflege erarbeitet.

Ziel der im Dezember 2025 erschienenen Publikation ist es, die Versorgung und Behandlungsqualität von Patientinnen und Patienten mit Akne tarda nachhaltig zu verbessern. Diese Erkenntnisse fließen unmittelbar in unsere tägliche Praxisarbeit ein.

Wie unterscheidet sich Spätakne von Akne im Jugendalter?

Während bei Jugendlichen meist die T-Zone (Stirn, Nase, oberes Kinn) betroffen ist, tritt Akne im Erwachsenenalter häufiger in der U-Zone auf – also an Wangen, rund um den Mund und am unteren Kinn. Bei der Akne tarda unterscheidet man eine nicht-entzündliche Form mit vor allem verstopften Poren sowie eine entzündliche Form, die sich durch Pickel, Pusteln und teils schmerzhafte Knoten äußert und häufiger Aknenarben hinterlassen kann. In vielen Fällen liegt auch eine Mischform vor. Je nach Verlauf und Ausprägung können die Hautprobleme ganz unterschiedlich aussehen.
Die Verlaufsformen der Akne tarda

Persistierende Akne: Fortbestehen der Jugendakne bis ins Erwachsenenalter
Rezidivierende Akne: nach abgeheilter Jugendakne erneutes Auftreten im Erwachsenenalter Spätmanifestierende Akne: erstmaliges Auftreten im Erwachsenenalter

Wie lässt sich Spätakne (Akne tarda) behandeln?

Basierend auf aktualisierten internationalen Leitlinien und dem beschriebenen Expertenkonsens verfolgen wir in unserer Praxis in Düsseldorf ein ganzheitliches Therapiekonzept, das medikamentöse Therapie, apparative Verfahren und eine individuell abgestimmte Hautpflege sinnvoll miteinander kombiniert.

Therapie bei leichter Akne tarda
Bei leichten Verlaufsformen, insbesondere der Akne comedonica tarda, gelten topische Retinoide als Therapie der Wahl. Sowohl zum Behandlungsbeginn als auch zur Erhaltungstherapie. Empfohlen werden multimodale Kombinationstherapien, gegebenenfalls auch als topische Fixkombinationen. So lassen sich mehrere Ursachen der Akne gleichzeitig behandeln.

Therapie bei mittelschwerer bis schwerer Akne tarda

Bei stärker ausgeprägten Formen der Spätakne kommen ergänzend systemische und interventionelle Therapien zum Einsatz: • Systemische Antibiotika der Tetracyclin-Klasse, insbesondere Doxycyclin • Intraläsionale Kortikosteroid-Injektionen (z. B. Triamcinolon) zur Behandlung größerer, schmerzhafter Papeln oder Knoten • Isotretinoin bei knötchenförmiger, therapieresistenter oder langwieriger Akne tarda Kinderwunsch und Schwangerschaft Da Tetracycline und Isotretinoin in der Schwangerschaft kontraindiziert sind, kommen bei bestehendem oder geplantem Kinderwunsch alternative Therapien wie Makrolid-Antibiotika, Topisches Benzoylperoxid (BPO) oder Azelainsäure zum Einsatz.
Autor

Prof. Dr. Peter Arne Gerber

Facharzt für Dermatologie und Venerologie

Er ist Autor- und Co-Autor von über 200 wissenschaftlichen Artikeln und Buchbeiträgen und regelmäßiger Referent auf nationalen und internationalen Kongressen. Darüber hinaus ist er Gerichtsgutachter für die Bereiche Dermatologie, Lasermedizin und Ästhetische Medizin.
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